ERLKÖNIG (Korrekturen)
Über Gedichte, Vögel, first Ladies und Tarnungen/Muster.
Ein Erlkönig kann vieles sein: eine Ballade, ein Musikstück, ein
Tarnmuster – oder ein Vogel.
Doch wie sehen die Ureier der Dichtung aus?
Und wie ihre Vögel, ihre Nachkommen, ihre Mütter?
Sind sie repräsentativ oder wertvoll, gereimt oder ungereimt?
Und muss ein Erlkönig eigentlich auf Deutsch sprechen?
Wieso wird eine Ballade mit so tragischem Ausgang ein getarnter Prototyp?
Wie stellt sich der Zwischenraum von Gefühl und Vernunft dar?
Die Ausstellung nähert sich dem polysemen Begriff des Erlkönigs
assoziativ und über Verschiebungen. Sie folgt seinen Bedeutungen nicht linear, sondern lässt sie ineinander übergehen: vom Gedicht
zum Muster, vom Text zum Tier, vom Original zur Korrektur, vom Sichtbaren zum Verborgenen.
Gedichtgeräte in denen Korrekturen, Streichungen und Überarbeitungen nicht verborgen, sondern sichtbar gemacht werden. Das Gedicht wird zum Objekt, dessen Entstehung ebenso lesbar ist wie sein fertiger Zustand. Zwischen ursprünglicher Setzung und nachträglicher Veränderung entsteht ein Zwischenraum – eine Art literarische Tarnung.
Andere Arbeiten übersetzen Wald, Elfen und Tiere in farbcodierte Muster. Was zunächst abstrakt erscheint, lässt sich als System von Zeichen lesen: Tarnung und Darstellung fallen zusammen. Das Muster verbirgt und repräsentiert zugleich.
Auch First Ladies tauchen auf: Momentaufnahmen von Repräsentation, Inszenierung und öffentlicher Erscheinung treffen auf das Flüchtige und Zufällige des fotografischen Moments. Wer repräsentiert hier eigentlich wen?
Und schließlich wird selbst das Geld zum Tarnmaterial.
Tarnmuster aus Geld verschieben den Blick zwischen Wert, Oberfläche und Verbergen. Was als kostbar gilt, wird zum Muster; was sichtbar sein soll, dient zugleich der Verschleierung.
So wird der Erlkönig weniger zu einer einzelnen Figur als zu einer
Methode des Sehens: ein Wort, das seine Bedeutung wechselt; ein Bild, das sich tarnt; ein Gedicht, das seine eigene Herstellung offenlegt; ein Tier, das im Muster verschwindet; eine Repräsentation, die plötzlich zufällig erscheint. Die Ausstellung überlegt, was sich hinter einer Form (ein Wort) verbirgt – und ob das Verborgene nicht immer schon Teil dessen ist, was wir sehen.
Der Erlkönig, Zufall oder Zauberei?
Calamity Jane and Conformity Di
CONFORMITY JANE / CALAMITY DI
Visibility is not protection.
American democracy has always been wild and limited. While democracy claims to be progressive, for women it came with conditions from the start.
Pop culture helped shape the image of the “democratic woman.” Jane Fonda’s workout videos turned strength into aesthetic discipline, replacing her earlier political activism with an image of conformity. Princess Diana was admired for her grace, punished for self-expression—visible, but unprotected; feminine, but not free.
America was founded on rebellion, exclusion, and conflict. Its democracy endured (to name but a few) the assassinations of Lincoln, Kennedy, Malcolm X, and Martin Luther King Jr.—while often sidelining their calls for justice and equality.
“Conformity Jane” and “Calamity Di” became more than cultural icons—they reflected the tensions between visibility and power.
Democracy allows for inclusion, but power remains unevenly distributed. Women are invited in—but often only within defined roles.
Paris Partout at the Centre Pompidou in Paris
PARIS PARTOUT
Project with & Photographs by Jenny 8 del Corte Hirschfeld
Stroll through any of the world’s major cities, through suburban towns and rural villages-whether in New York, Mombasa, or Wolfenbuettel -and you will discover Eitfel towers integrated into even the remotest corners of daily life, As a truly global icon, the Eiffel Tower has come to signify much more than France, or even Europe; it promises something marvelous, some intangible fantasy the embodiment of some abstract desire. What is it about this particular structure
that it has captured the imagmation of people all over the world? that it compels us to stamp its emblem on so many facets of our lives? We affix towers to our company logos and our storefronts to our clothing and jewelry to our food and even our bodies. Applying its particular lens to bustling streets around the globe.
Paris Partout explores the strange and familiar contexts in which these images appear, capturing in snapshots the fleeting moments of an Eiffel Tower world.
Through a conceptual constellation of Eiffel Tower images from around the world Paris Partout provides the reader with a unique perspective on cultural spaces and the people who inhabit them.